Die Nachkriegsjahre

Nach dem Kriege faßte die Ortsgruppe nur langsam wieder Tritt. Erst mit der Jahresversammlung 1949 setzt Schriftführer Gottlob Braun die Chronik fort. Man kann wohl davon ausgehen, daß bis zu dieser Zeit die Albvereinsarbeit mehr oder weniger ruhte. Auch die »Blätter des Schwäbischen Albvereins«, das Mitteilungsblatt des Hauptvereins, erschienen erst wieder in diesem Jahr.

Seit Kriegsende hatte Glasermeister Paul Wingert als Vertrauensmann die Ortsgruppe geführt und Josef Wagner wieder die Kassengeschäfte übernommen.

Die Volkmarsberghütte und der Turm waren seit Kriegsende von der Besatzungsmacht beschlagnahmt. Trotz aller Bemühungen dauerte es noch Jahre, bis Turm und Bergkuppe dem Albverein wieder überlassen wurden.

Paul Wingert trat 1950 aus persönlichen Gründen als Vertrauensmann zurück, die Jahre seiner Amtsführung in der unmittelbaren Nachkriegszeit gehörten wohl zu den schwierigsten seit Bestehen der Ortsgruppe. Zu seinem Nachfolger wurde der Kaufmann Paul Grupp gewählt.

Es gab nun wieder den jährlichen Wanderplan, die Hauptversammlung, Ausschußsitzungen und den Familienabend, aber dennoch: Die alte Vereinsaktivität wollte sich nicht so recht wieder einstellen. Anläßlich eines Wandertreffens 1953 in Oberkochen kritisierte auch der Gauobmann Landrat Burkhardt die Oberkochener: Die Ortsgruppe sei einst eine der rührigsten und größten gewesen, heute sei es so beunruhigend still geworden und höchste Zeit, die so gute Tradition von früher wieder fortzuführen.

Auf der Hauptversammlung 1953 legte Vertrauensmann Paul Grupp aus beruflichen Gründen sein Amt nieder. In geheimer Abstimmung wurde ein neuer Vorstand gewählt. Eine große Mehrheit entschied sich für Hermann Illg als neuen Vertrauensmann, zweiter Vorsitzender und Stellvertreter des Vertrauensmannes wurde Max Kaiser, Rechner Reinhold Retter, Schriftführer blieb Gottlob Braun.

Es ist sicherlich an der Zeit, auch einmal die vielen Helfer zu würdigen, die als Weg-, Wander- oder Naturschutzwarte die Arbeit des Vorstandes unterstützten und in vielen freiwilligen Arbeitsstunden sich um die Wegemarkierungen kümmerten, die Wanderungen organisierten oder bei ihren regelmäßigen Streifengängen die Beachtung und Einhaltung der Naturschutzbestimmungen kontrollierten. 1953 und in den folgenden Jahren fungierten z. B. als Wanderwart Hans Kolb, als Wegwarte Eugen Gentner und Eugen Betzler. Diese beiden Revierförster kümmerten sich neben Hans Kolb, Ernst Kolb, Hans Gold, Karl Kopp, Hans und Fritz Holz, Xaver Sing und Hubert Wingert auch um den Naturschutz. Naturschutzleiter war Schriftführer Gottlob Braun.

»Das Jahr 1954 trägt in der Chronik des Schwäbischen Albvereins einen Jubiläumskranz«, schreibt Gottlob Braun in »Bürger und Gemeinde«. Die Ortsgruppe feierte - wie wir heute wissen, drei Jahre zu spät - bei dem Familienabend am 6. November mit einem von Robert Wolff gestalteten Programm ihr 60jähriges Bestehen. Anläßlich des Ortsgruppenjubiläums trafen sich 1954 die Gruppen des Nordostgaues zur Gauversammlung in Oberkochen. Für die Oberkochener war es eine besondere Freude, daß - wie Gauobmann Burkhardt bei dieser Gelegenheit mitteilte - »der Volkmarsbergturm für Wanderer in Zukunft wieder zugänglich sein wird«.

Familienabend 1954 (17579 Byte)   Turm hinter Gittern (12377 Byte)
Familienabend 1954, links Bürgermeister Bosch,
 gegenüber Robert Wolff und VM Illg mit Gattin,
am Projektor Schriftführer Konrektor G. Braun,
davor Rektor Hagmann

  Der Volkmarsberg»hinter Gittern«

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