"adventure-tour" - Die Sage vom Dackel vom Griebigen Stein bzw. vom Pulverturm

Am 28. Feb. 2004 machten wir (13 Jugendliche in Begleitung von 2 Erwachsenen) uns auf den Weg, um den Ausführungen der Sage vom Dackel vom Griebigen Stein bzw. vom Pulverturm an Ort und Stelle nach zu gehen.

Denn der Sage nach soll es einen Verbindungsgang von Pulverturm zum Griebigen Stein geben. In der Höhle am Griebigen Stein ging vor vielen Jahren ein Dackel beim Aufstöbern eines Fuchses verloren und die Sage erzählt, dass dieser wenig später in der Nähe des Pulverturms wieder gesehen wurde, so erhielten die Mutmaßungen über einen Verbindungsgang zwischen Pulverturm und Griebigen Stein neue Nahrung.

Vielleicht gibt es ja gar keinen von Menschenhand erschaffenen künstlichen Gang, sondern entstand eine Höhlenverbindung auf Grund Verkarstungen (wie sie es auf der Schwäbischen Alb so viele gibt; wir bewegen uns ja auch im Gebiet des sog. Karstquellenweges), so dass zwar keine Menschen, aber kleinere Hunde hindurchgelangen können. Allein dies schon war für uns eine spannende Vorstellung.

Den Standort des Naturdenkmales "Griebiger Stein" wollen wir gar nicht näher beschreiben (wir mussten ihn auch selbst suchen) - nur soviel sei gesagt. Die Höhle liegt auf Oberkochener Gemarkung auf der Härtsfeldseite des Kochertales unterhalb des Esshaldenweges gegenüber des Märzenbuckels. Von Märzenbuckel und Griebiger Stein hörten wir, dass diese von einem Teil der Oberkochener Bevölkerung in Kriegszeiten immer wieder als Zufluchtsorte genutzt wurden.

Der Standort des Pulverturms kann hingegen verraten werden: Ihn sieht man, wenn man von Oberkochen aus in südlicher Richtung des Urbrenztales blickt. Er ist das kleinere Gegenstück des Schmittenfelsen (der an der Hangseite der Borzelhalde vor dem Eingang zum Tiefental thront). Oberhalb des Parkplatzes an der B19 auf Höhe des Seegartenhofes auf dem Pulverturm angekommen, erkannten wir sofort, dass dieser Platz außerordentlich geeignet war, um hier eine Schanze, eine Wehranlage oder etwas in der Art zu errichten. Denn von hier aus lässt sich das ganz Tal nach Süden und nach Norden hin überblicken und Angriffe auf gleicher Ebene lässt die natürliche Lage nur von südöstlicher Richtung zu, da sich zwischen Esshalde und Pulverturm noch das Gaintal parallel zum Urbrenztal von diesem sich hinter die Esshalde schiebt (sicher auch ein gutes Versteck, wo Tiere gehalten worden sein konnten).

Auch wenn wir auf den ersten Blick keine Mauerreste erkennen konnten, muss die ideale Zusammenstellung der Felsen hier oben eine strategische Lage bedeutet haben. Als wir den bergaufwärts den Wald hinein stiegen, meinten wir auch tatsächlich, Gräben erkennen zu können, die von Menschenhand dort zum Schutz vor Feinden in früherer Zeit ausgehoben worden sein könnten.

Aber warum heißt der Ort Pulverturm?
Stand hier früher tatsächlich ein "Pulver"Turm? Womöglich ein Außenposten der Kocherburg oder des Herwartsteines?
Oder stand dort vielleicht sogar eine richtige Burg? Und ist der Name dann vielleicht auf den Burgherrn zurückzuführen, dessen Name sich im Laufe der Zeit von Puffer auf Pulver verändert hat. Es könnte ja sein, dass das Urbrenztal als natürliche Grenze zwischen Albuch und Härtsfeld schon damals von verschiedenen Herrschaftsbereichen genutzt wurde. Und dass der Pulverturm quasi eine Zollstation gewesen ist und später von Raubrittern genutzt wurde. Immerhin besteht die Straße zwischen Aalen und Heidenheim schon seit der Zeit der Römer. Auch heute noch sieht man unterhalb des Pulverturms einen Grenzstein, der die Orts- und Kreisgrenze zwischen Königsbronn und Oberkochen und somit zwischen Heidenheimer und Ostalbkreis markiert.
Und wenn tatsächlich sich der Name nicht verändert haben sollte: Pulverturm, welches Pulver wurde darin gelagert? Schießpulver etwa? In Vaihingen/Enz, wo dieses Jahr die Hauptversammlung des Schwäbischen Albvereins stattfindet gibt es tatsächlich noch einen existenten Pulverturm.

Alle diese Fragen stellten wir uns und waren begeistert, ob der vielen Möglichkeiten, die es zu erforschen gibt - und so beschlossen wir, zur Klärung der Fragen unbedingt mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Oberkochen, Professor Dietrich Bantel, Kontakt aufzunehmen, um etwas Licht in das Dunkel unserer Heimatgeschichte zu bekommen.

Einen Höhlenausgang in der Nähe des Pulverturms indes fanden wir nicht, wo der "Pulverturm"-Dackel einen Ausgang hätte finden können, aber in Anbetracht der vielen Jahre, die seither vergangen sind, kann dieser Ausgang ja zwischenzeitlich verschüttet worden sein.


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